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iVideo - echte Praxissituationen in den Berufsbildungs-Unterricht bringen

In der Berufsbildung sind Lernprozesse häufig an Praxissituationen gebunden. Solche sind im Unterricht jedoch nicht leicht reproduzierbar. iVideo bietet Lehrpersonen und Lernenden die Möglichkeit, auch ohne besondere Informatikkenntnisse Videos von Praxissituationen zu erstellen.

Es gibt zwar eine grosse Anzahl an Dokumentarfilmen zu Ausbildungszwecken. Diese werden den spezifischen Bedürfnissen aber oft nicht gerecht. Mit iVideo entstehen Filme, die ganz gezielt auf den eigenen Unterricht und das Lernumfeld der Lernenden ausgerichtet sind. Sie können mit weiteren Ressourcen wie Dokumenten, Bildern, Audiodateien oder Links zu interaktiven Unterrichtsmaterialien verknüpft werden. Lernende nutzen und bearbeiten das interaktive Material in Gruppen oder einzeln nach den eigenen Bedürfnissen, z.B. durch Hinterlegung persönlicher Notizen oder Einteilung in Kapitel. Das Material kann auf der Internetplattform iVideo - für mobile Geräte auch via App - veröffentlicht oder nur mit ausgesuchten Gästen geteilt werden. Die Plattform ist viersprachig und kann schweizweit von allen Berufsfachschulklassen genutzt werden (http://www.ivideo.education/).

iVideo basiert auf den Erfahrungen des Vorgängerprojekts "scuolavisione" des Berufsbildungsamts des Kantons Tessin. Dessen Zielsetzungen wurden für iVideo aktualisiert und im Hinblick auf einen möglichst wirksamen Einsatz in der Berufsbildung erweitert. Technisch konnte iVideo auf den bereits guten Entwicklungsstand von "scuolavisione" aufbauen, wurde aber dennoch laufend weiterentwickelt. Mit dem Abschluss der Pilotphase Ende 2016 werden nun Fragen zur weiteren strategischen Ausrichtung, zur zukünftigen Finanzierung der Plattform und damit auch zur Realisierung von weiteren Verbesserungen diskutiert.

Obwohl bisher keine spezifischen Anstrengungen zur Verbreitung von iVideo ergriffen wurden, ist die Nutzung nicht nur im Tessin, sondern auch in den anderen Sprachregionen konstant am Steigen. Aktuell zählt die Plattform ca. 1'400 registrierte Nutzerinnen und Nutzer. Da es sich bei der Mehrheit davon um Lehrpersonen handelt, dürfte die tatsächliche Anzahl von Nutzenden (insbesondere von Lernenden) jedoch weit höher liegen.

Über iVideo existieren zahlreiche wissenschaftliche Beiträge in Form von Publikationen und Präsentationen (http://www.ehb.swiss/project/ivideoeducation). Anlässlich eines internationalen Kongresses, an dem iVideo präsentiert wurde, sind auch Anfragen zur Nutzung des Tools aus dem Ausland eingetroffen, unter anderem aus Finnland, den Niederlanden, Deutschland, Italien und Albanien.

iVideo.Education (http://ivideo.education/) ist eine Entwicklung des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung EHB IFFP IUFFP, das vom Berufsbildungsamt des Kantons Tessin unterstützt wird.

Nachführung 2018

Lehrende und Lernende können auch ohne vertiefte Informatikkenntnisse Videos von alltäglichen Praxissituationen erstellen, diese in interaktive Videos umwandeln, auf eine Plattform hochladen und im Unterricht nutzen. Die vom Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) entwickelte Plattform iVideo ist mehrsprachig und zeigt neue Wege des Unterrichts auf. Das Unterrichtskonzept ist weit über die Berufsbildung hinaus anwendbar.

Die interaktiven Videos erfüllen vier Hauptfunktionen: Sie ermöglichen es erstens, das einzelne Video in Segmente zu unterteilen. Zudem lassen sich Hotspots einfügen, die über Hyperlinks zu vertiefenden Materialien führen. Weiter können die Lernenden auf Fragen antworten, die in den Videos gestellt werden, und so ihren Wissensstand dank einem automatisch generierten Feedback überprüfen. Und viertens können die Videos individuell oder kollaborativ mit Anmerkungen versehen werden.

Die obersten Ziele von iVideo (http://ivideo.education/) bleiben weiterhin die Pflege, Aktualisierung, Weiterentwicklung und Optimierung der Plattform. Weiter soll der bewusste Umgang damit gefördert werden. Dazu werden vom EHB einerseits Umfragen und ein Monitoring durchgeführt und andererseits Diskussionen zur besseren Bekanntmachung und Förderung des Instruments geführt. Die nationale Leitung des EHB wird im Laufe von 2018 eine Entscheidung über die Finanzierung und Zukunft des Instruments sowie eine Strategie zur Förderung und Verbreitung fällen. Zurzeit reichen die bestehenden Ressourcen zur Fehlerbehebung und der Pflege des Instrumentes aus.

Allgemein ist das Interesse am Instrument gestiegen. Besonders der Kanton Tessin zeigt weiterhin grosses Interesse an der Plattform. Zurzeit testet eine Projektgruppe in verschiedenen Teilprojekten interaktives Videomaterial und arbeitet an der Weiterentwicklung. Auch ausserhalb des Tessins experimentieren Lehrpersonen mit diesen interaktiven Videos und tragen zu deren Weiterentwicklung bei. Es melden sich auch vermehrt Institutionen aus dem Ausland, die Erfahrungen mit dem Instrument sammeln wollen.

iVideo ist sowohl eine Plattform zur Förderung der Produktion und des Austausches von Unterrichtsmaterialien unter den Lehrpersonen als auch Forschungsplattform für Studien zur Nutzung der interaktiven Videos. In mehreren Studien wird die Wirksamkeit dieser interaktiven Videos für eine verbesserte Qualität der beruflichen Bildung untersucht.

Nachführung 2019

Auf der vom Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) entwickelten Plattform iVideo können Lehrende und Lernende Videos von alltäglichen Praxissituationen hochladen und im Unterricht nutzen. Laufend werden die Funktionen erweitert. Die iVideo-Technologie gilt als be-sonders zukunftsweisend. Verschiedene nationale und internationale Zusammenarbeitsverträge be-zeugen das wachsende Interesse an iVideo. Im Bereich der Forschung konnte ein Modell für die Einbindung interaktiver Videos in den Unterricht entwickelt werden.

Im vergangenen Jahr ging es im Rahmen des Projekts iVideo (http://ivideo.education) hauptsächlich darum, die Software zu warten und weiterzuentwickeln, die Forschung voranzutreiben sowie die Nutzung lokal und innerhalb von nationalen und internationalen Zusammenarbeitsprojekten zu intensivieren.

Die Plattform und die wichtigsten Anwendungen mussten an die technische Entwicklung angepasst werden, damit beispielsweise die Kompatibilität mit den am häufigsten verwendeten Browsern gewährleistet ist. Des Weiteren sind neue Funktionen im Bereich der Kommentierung von Videos hinzugekommen. Hierzu gehört neu die Möglichkeit, Kommentare mit einem Icon (Smiley oder anderes Symbol) zu versehen, welches den Kommentar begleitet oder eine allgemeine Analyse des Inhalts erlaubt. Zudem können mit einem speziellen Frequenzgenerator direkt Marker gesetzt werden. Dies ermöglicht dem Nutzer (in der Regel der Tutor) ein schnelles Auffinden der Video-Stellen, zu welchen ein Feedback verlangt wird. Der Nutzer muss also nicht mehr das gesamte Video durchsehen, da iVideo die gesetzten Marker automatisch erkennt und leere Kommentare einfügt.

Im Bereich der Forschung konnte ein Modell für die Einbindung interaktiver Videos in den Unterricht entwickelt werden und mit der Analyse von zehn Einsatzsituationen wurden weitere Belege für die Wirksamkeit interaktiver Videos als Lern- und Lehrunterstützung gefunden. Verschiedene Veröffentlichungen zum Thema finden sich auf der Projekt-Website (https://www.ehb.swiss/project/ivideoeducation).

Auch die Zahl der Anmeldungen auf dem Portal ist in der letzten Zeit weiter gestiegen. In allen Sprachregionen stehen den Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern weiterhin Schulungsangebote zur Verfügung. Zusammenarbeitsvereinbarungen wurden auf nationaler (z.B. mit Careum in Zürich) und internationaler Ebene geschlossen: iVideo ist eine der sechs Technologien, die im Projekt ViSuAL der Europäischen Union (https://www.ehb.swiss/project/visual) eingesetzt werden.

Siehe hierzu das Schlusswort der SSAB



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